Heidelbeer Himbeer Brombeer Quitte "Liebestrank" Dirndl Nuß Mispel
 

Die Heidelbeere:

Alkoholgehalt: 25,32 %
Pflanze:
Gruppe der Heidekraut-Gewächse, ca. 100 – 150 Arten.
Der Name kommt von: „auf der Heide wachsende Beeren“.
Inhaltsstoffe:
Carotine, Vitamine A, B1, B2, Niacin, C, Farbstoff Myrtilin (ein natürliches Antibiotikum), 5-12 % Gerbstoffe, Natrium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Flavonoide, Fruchtsäuren, Pektine, Resveratrol (cholesterin-ausgleichend)
Hildegard von Bingen empfiehlt:
Wirkt bei Sommergrippe wie ein natürliches Antibiotikum, stärken die Sehkraft (Aufbau der Netzhaut) und das Immunsystem, bringt einen kranken Darm wieder in Ordnung. Hilft bei Durchfall und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Die Heidelbeere wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Dies wurde in der Natur beobachtet: In der Brunft haben die Tiere Stress und sind sehr unruhig. Sie fressen dann sehr gerne die Heidelbeeren.

Blüte:
Ernte: Spätsommer

Die Himbeere:

Alkoholgehalt: 34,64 %
Pflanze:
Weltweit gibt es geschätzt 1500 Sorten, bei uns spielen 30 eine Rolle. Gehört zu den Rosengewächsen.

Sie schmecken roh am besten und sollten am selben Tag gegessen oder verarbeitet werden. Die Früchte dürfen nicht gequetscht sein, sonst „bluten sie aus“. Nicht waschen, sonst verlieren sie ihr Aroma. Am Morgen gepflückte Himbeeren schmecken süßer und halten länger frisch. Die Beeren sollen prall und glänzend aussehen, weiche oder matte Früchte sind überreif.
Inhaltstoffe:
100 g enthalten 1,3 g Eiweiß, 0,3 g Fett, 8,1 g Kohlehydrate, VitamineA, E, B1, B2, Niacin, C (25 mg), Biotin, Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Zitronensäure, Folsäure.
Hildegard von Bingen empfiehlt:
Wirkt blutreinigend und blutbildend, stärkt das Immunsystem. Die Zitronensäure beeinflusst den Harnstoffwechsel, wirkt treibend und reinigend.

Blüte: Mai bis August Ernte: Sommer bis Herbst

Die Brombeere:

Alkoholgehalt: 28,26 %
Pflanze:
Die Brombeere gehört zur Familie der Rosengewächse.

Der Name hat sich aus dem althochdeutschen Wort „brämberi“ entwickelt, das heißt so viel wie „Beere des Dornstrauches“. Regional auch „Schwarzbeere“ oder „Kratzbeere“ genannt.
Inhaltsstoffe:
Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Vitamine A, E, B1, B2, Niacin, C, Gerbstoffe, Flavone
Hildegard von Bingen empfiehlt:
Bei Zahnfleischentzündungen, Fieber und Heiserkeit, gut für die Blutbildung,

Blüte: Juni bis Juli Ernte: Juli bis Oktober

Die Quitte oder „die Frucht der Aphrodite“

Alkoholgehalt: 34,4 %
Pflanze:
Diese Frucht schmeckt wie eine Mischung aus Apfel und Birne, ist roh aber nicht genießbar. Botanisch zu den Rosengehölzen gehörend stammt die Quitte ursprünglich aus dem Iran, Armenien und dem Kaukasus.
Die Inhaltsstoffe:
Sie enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Kieselsäure (gut für Haut und Haar). Pektin bindet nicht nur Flüssigkeit, sondern kann im Darm auch entgiftend wirken. Vitamin C, B1, B2, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Fluor, Gerbsäuren, Pektin.

Bei den alten Griechen galt die Frucht als heilig und wurde als Symbol der Fruchtbarkeit der Göttin Aphrodite zugeordnet. Die Brautleute mussten vor der Brautnacht gemeinsam eine Quitte essen. Der goldene Apfel des Paris war vermutlich eine Quitte.

Hippokrates bezeichnete sie als „die für Heilzwecke nützlichste Frucht“.
Hildegard von Bingen empfiehlt:
Positive Wirkungen bei Durchfall, Halsweh, Bronchial-Katarrh, Fieber, Magenstärkung, Rheuma .Wirkt bei den Schleimhäuten zusammenziehend und reizmildernd.

Auch im Kleiderschrank waren die Quitten aufgrund ihres herrlichen Duftes zu finden.

Blüte: weiß-rosa im Mai und Juni Ernte: gegen Ende Oktober

Der „Liebestrank“

Alkoholgehalt:

Quitten-Fruchtsaft mit Alkohol: Die Ansatzfrucht der Quitte wird entsaftet und naturtrüb abgefüllt. Trübstoffe setzen sich mit der Zeit ab.

Dirndl oder „Kornelkirsche“

Alkoholgehalt: 33,06 %
Pflanze:
gehört zu den Hartriegelgewächsen, ist ein Wildgehölz und auch als Hecke geeignet. Selbst bei starkem Rückschnitt treiben sie rasch wieder aus. Botanisch ist die Kornelkirsche eine Steinfrucht, hat aber mit den Kirschen nichts zu tun

Das Holz hat einen rötlichweißen Splint und einen dunklen Kern. Es ist so schwer, dass es sogar im Wasser sinkt. Es gilt als das härteste Holz in Europa.

Seit Beginn des Mittelalters werden die Dirndln in den Klostergärten der Benediktiner angepflanzt. Die ovalen Früchte färben sich ab Mitte August je nach Sorte korallenrot bis fast schwarz.

Heute hat sich sogar ein ganzes Tal dieser Frucht verschrieben: „Das Pielachtal – das Tal der Dirndln“. www.pielachtal.info

Inhaltsstoffe:
Viel Vitamin C, Fruchtzucker, Apfelsäure, Farbstoff mit Vitamin P
Hildegard von Bingen empfiehlt:
Die Kornelkirsche reinigt und stärkt den Magen und den Darm. Das Vitamin der P-Gruppe hat einen Schutz- und Reparatur-Faktor bei Entzündungen und Verletzungen der Schleimhäute und Blutgefäße (Gastritis, Krampfadern).

Blüte: im zeitigen Frühling, oft schon vor der Forsythie (erste Bienen-Nahrung) Ernte: im September im überreifen Zustand

Echte Walnuss

Alkoholgehalt: 44,75 %
Pflanze:
Die Echte Walnuss zählt zu den Rosenähnlichen und Buchenartigen.

Die Früchte reifen Ende September bis Anfang Oktober. Sie sind reif, wenn die fleischige Umhüllung platzt und die Nüsse zu Boden fallen. Waschen, luftig und trocken lagern. Gut getrocknet sind sie mehrere Monate haltbar.
Inhaltsstoffe:
Viel Vitamin C, 42-60% Fett, überdurchschnittlich viel Omega-3-Fettsäuren, 11-16% Eiweiß, 15-23% Kohlehydrate. Zink, Kalium, Magnesium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Calcium, Vitamine A, B1, B2, B3, C, E und Pantothensäure, Gerbstoffe.
Hildegard von Bingen empfiehlt:
Walnüsse bei Anämie, Diabetes Mellitus, Durchfall, Hautgeschwüre und Wunden.
Symbolik und Aberglauben:
Nüsse gelten allgemein als Symbol der Fruchtbarkeit. Manche Mönche und Pfarrer sahen in der Walnuss ein Zeichen der Wolllust und Sünde. In der Steiermark glaubte man, eine gute Nuss-Ernte ist ein Zeichen, dass im nächsten Jahr viele Jungen geboren werden. Heiratsfähige Mädchen warfen in OÖ Stöckchen in die Baumkronen. Wenn das Stöckchen nicht wieder herunterfiel, so heiratete die Werferin noch im selben Jahr.

Blüte: April bis Juni Ernte: im „grünen“ Zustand gegen Ende Juni

Die Asperl oder „Die deutsche Mispel“

Alkoholgehalt: 30,09 %
Pflanze:
- eine unbeschreiblich delikate Frucht !!

Die Mispeln sind meist kleinere Bäume oder große Sträucher, wachsen relativ langsam und zählen zu den Rosengewächsen. Die Mispel ist eine sehr alte Kulturpflanze aus der Antike, kam durch die Römer nach Mitteleuropa und wurde auch in der Pflanzliste des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 820 n.Chr. erwähnt.

Der österreichische Name ist Asperl und sie wurde häufig in Gärten gepflanzt. Die Früchte sind erst nach dem ersten Frost weich und essbar und das cremeartige Fruchtfleisch wird aus der Schale gelöffelt.
Die Inhaltsstoffe:
Vitamine, Mineralstoffe, Gerbstoffe, Pektin Durch den hohen Gehalt in Vitaminen und Mineralstoffen wurde die Asperl sehr geschätzt, sind jedoch durch die heutige ganzjährige Verfügbarkeit an Obst und Gemüse etwas in Vergessenheit geraten.
Hildegard von Bingen empfiehlt:
die Mispel als Stärkung: Sie fördert die Verdauung, lindert Entzündungen und soll den Cholesterinspiegel regulieren, Verkalkungsprozesse verlangsamen.

Das Holz ist gelblichbraun, hart und wurde deshalb früher von Tischlern und Drechslern sehr geschätzt.

Blüte: im Mai, ähneln einer Apfelblüte Ernte: Oktober – November